Im Fokus: Linearität

Alle Welt redet von 'kompliziert' und 'komplex'. Drehen wir das Ganze doch mal um und widmen uns der Lineariät. "Was man gezählt hat und mit einem Etikett versehen hat, versteht man gleich viel besser", steht da auf dem Umschlagcover von Umberto Ecos "Die unendliche Liste" [1]. Und tatsächlich: Um Ordnung zu schaffen wird vereinfacht, kategorisiert, gelistet. Alphabetisch, nach Form oder Farbe, nach Datum: Tag, Monat, Jahr, nach 'häufiger gebraucht' oder 'weniger häufig gebraucht' (also frequenzbasiert) und so weiter.

Nehmen wir ein Beispiel (dann versteht man alles gleich viel besser): Die Ordnung von Bücherregalen [2]. Wie haben Sie Ihr Bücherregeal sortiert? Nach Autor? Verlag? Buchcoverfarbe? Datum des Erwerbs? Nach Erscheinungsjahr? 'Ungelesen' und 'gelesen'? Grob geclustert nach Thematik? Sie alle, alle Herangehensweisen der Ordnung, haben ihre Vorteile. Und sie alle haben einen Nachteil: Sie lassen sich kaum kombinieren. Und da ist das Problem: "It can be only one place, unless dublicates are used", um es mit den Worten von Vannevar Bush [3] zu benennen.

Und schon sind wir wieder beim Dilemma der Linearität angelangt: Doubletten sind nicht effizient. Wieder ein Beispiel, diesmal ein sprachliches: Reine Synonymie existiert fast nie. 'Karotte' und 'Möhre', 'Adresse' und 'Anschrift' sind wenige Ausnahmen (die durch Sprachkontakt bzw. Letzteres durch den 'Sprachreiniger' Philipp von Zesen - als Reaktion des Sprachkontakts - entstand), die sich ohne nennenswerten Vorteil erhalten haben. Eine solche Parallelität ist in den meisten anderen Fällen nur von (relativ) kurzer Dauer und dienen (meist) der langfristigen Effizienz: "Sie befahl es und ich buk einen Kuchen" / "Sie befehlte es und ich backte einen Kuchen". Da mehr Verben schwach gebildet werden, ist es eben effizienter, wenn die bisher 'starken' Verben, 'schwach' werden. Ein System ist eben etwas praktischer und handlicher als zwei - und so 'boll' der Hund auch nicht mehr, er 'bellte'.

Da hilft also kein bellen und kein jammern: Doubletten sind nicht effizient. Der Kunstkniff? Hyperlinks! Verknüpfungen und Vernetzungen, alles interagiert mit (fast) allem und alles hat mit allem zu tun. Was daraus folgt? Der homo interneticus?

[1] Eco, Umberto (2011): Die unendliche Liste. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
[2] Fallbeispiel in Bildern: bookshelfporn.com
[3] Bush, Vannevar (1945): "As we may think". In: Atlantic Monthly, 176(1). 101-108.

Pausiert? Reaktiviert! Transformiert!

Reaktiviert. Etwa ein halbes Jahr des Pausierens liegt hinter uns und die Startseite mit den großen Buchstaben, die "Pause" rufen, bleibt vorerst de-aktiviert. Denn frisch und aktiv zum Start ins neue Jahr wird diese Seite re-aktiviert.

Transformiert. Der Titel "Transformiert", der letzte Eintrag auf dieser Seite, machte auf die Ausstellung der A.R.T.e.s. galerie aufmerksam und subsummierte viele verschiedene Nachwuchskünstler unter ihrem Dach. Doch auch das A.R.T.e.s. galerie-Team (damit auch ich) haben uns "transformiert". Während die Gründerriege ihr Baby an die nächste Generation überreichte, das Stipendium abschloss, um nun weitere Wege zu gehen, war der letzte Titel der von der Gründerriege betreuten Ausstellung auch maßgeblich für uns selbst.

Zwischen den Formen, der Prozess der Metamorphose. Die Doktorarbeit in den letzten Zügen - und dann? Für mich hieß dieses "und dann" erst mal wieder "Koffer packen" (Umziehen wurde in den letzten Jahren bekanntlich zu einer meiner Lieblingsaktivitäten) und tauschte den Dom mit dem Frankfurter Wolkenkratzerpanorama (großartiges Kompositum!). Und verweilt ganz dem Assoziationsprofil der Stadt entsprechend in (nicht 'vor' - kleiner Verweis zur Relevanz der Lokalpräposition) einer Bank. Und tue das, was ich am besten kann: mit Worten um mich werfen (und Wurftechniken analysieren), beobachten, lernen, begreifen - und reifen, übertragen, formieren, ...

Transformiert.

Die ganze Transformation. Ab 11. Mai, 18 Uhr. In der A.R.T.e.s. galerie.

Transformiert

Mehr Infos? [HIER]!

"Managing Complexity"

"Bevor man über einen Tellerrand hinausschauen kann, muss man erst mal einen haben", sagte so oder so ähnlich Professor Lambert Wiesing auf dem zweiten a.r.t.e.s. Forum. Stimmt schon - aber so ist das mit den Grenzen, sie sind difus oder klar, aber irgendwie sind sie da - und sie weisen immer über sich hinaus. So blickte ich vom Linguistik-Teller zum Geisteswissenschaftler-Teller hinaus - das ist die Interdisziplinarität von a.r.t.e.s. - Grenzen zwischen den geisteswissenschaftlichen Disziplinen überwinden und voneinander und miteinander lernen.

Doch das 'auf-den-Teller-Geschaue' geht noch weiter: Vom 16. bis 17. März schaue ich mal auf einen ganz anderen Teller, den Teller der WiSo-Fakultät und mache mit beim 'World Business Dialogue'. "In den Dialog setzten" und "Komplexität" wie "Chaos" - Stichworte des momentanen Alltags, die auch andere Disziplinen bewegen. Setzen wir uns also in den Dialog. Diesmal mit Professor August-Wilhelm Scheer (bitcom) und Professor Klemens Skibicki (CBS Cologne), die ich so ganz persönlich betreuen darf - und natürlich mit all den anderen von 'überall her'. Wer genau? Mehr Infos gibt es [HIER].

Gehirnchaos, entwirrt.

Und manchmal, dann klappt es dann auch wie am Schnürchen: Man nimmt einfach mal so ne Ladung Gehirnchaos, packt das Ganze auf den Schreibtisch, macht die Tür zu und brüllt ganz laut (LAUT!): "Man, Hirnchaos, jetzt krabbel doch mal da in den Laptop rein". Und dann macht es das einfach. Einfach so! EINFACH SO!

Und dann strickt man sich da so ein Kapitel zurecht und denkt sich: "Hirnchaos, so kann's weiter gehen. Warum denn nicht gleich so?"

Die Ästhetik der vorweihnachtliche Kopfhörerin.

Was passiert, wenn in vorweihnachtlicher Schokoladenstimmung winterliche Lindt-Figuren die Besitzer tauschen und in ihrer schokoladigen Schokoladenhaftigkeit auch noch so manches Diss-Projekt abbilden? Robben und Kopfhörer? Wer kommt denn auf sowas? (Oder sind es doch Ohrwärmer? Wer weiß das schon. Gewidmet ist dieses possierliche Tierchen jedenfalls Lara und natürlich Stefan und seiner Köpfhörerin.)

"Im Dialog sein..."

Es ist das erklärte Ziel des A.R.T.e.s.-Galerie-Projekts: Kunst und Wissenschaft in einen Dialog zu setzen. Aber: Was heißt das eigentlich? Im Dialog sein?

Manchmal ist es das Austauschen von Gedanken, ein Bestätigen oder Abwehr ungeklärter flüchtiger Gedankenfetzen, eine Ausformulierung dessen, was Formulierung bedarf. Und plötzlich stolpert man über Zeilen einer Künstlerin, unserer Künstlerin, Christina Kramer, die völlig aus dem Kontext gerissen, in einen anderen Kontext gebracht, in meinen Kontext gebracht, diese eine Wirkung haben, die Wirkung des auf-den-Punkt-bringens eines Gedankenfetzens, der an Bedeutung gewinnt:

Geradlinigkeiten müssen auf die sie konstituierende Komplexität hin untersucht werden. Das Ergebnis ist ein dynamisches Gefüge, das die Potentiale und Grenzen der einzelnen Elemente als Aussage einschließt, und das sich jeder starren Einordnung entzieht.

Das ist er wohl, dieser Dialog.

"In Fußnoten."

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[1] Kreativität: Setzt manchmal aus. [Pause]
[2] // everything is illuminated // Licht setzt in Szene: Ufer durch Tageslichtschiffscheinwerfer. Brücken durch Quadrate. Licht aus. Licht an. Licht aus.
[3] Was ist ein Schornsteinschaf?
[4] Rau(h)fasertapeten sind Halbprodukte: Erst wenn das rauhe Papier mit den eingearbeiteten Holzfasern an der Wand klebt und mit Farbe gestrichen worden ist, darf es als Tapete bezeichnet werden.
[5] Bereicherungen: [DIES] und [DAS] und außerdem [JENES]. Merci.
[6] Wusstest Du, dass wenn man sich verschluckt hat, man immer noch da ist?

Heute: Weniger Grafik, mehr Info...

...quasi: eine Infografik! Jawohl! Mit dem Neusten was die A.R.T.e.s.-Galerie zu bieten hat: Christina Kramer als neue Künstlerin, zu sehen ab 4. November. Zur Vernissage gibt's zudem Sonja vom Brocke. Und getreu unseres Mottos: viel Kunst und viel Wissenschaft und das im Dialog. Dran bleiben. Gespannt sein.

a.r.t.e.s. news!

Kurz und lang und lang und kurz.

Die Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (man beachte die Bindestriche) wurde am 13. März 1829 in Wien gegründet. Von da an dampfte der Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän mit seiner Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze die Donau entlang. Er tuckerte von Wien nach Budapest auf einem schicken Dampfer, der auf „Franz I“ hörte. Auf und ab und ab und auf.

Dampfer ist im Übrigen ein Dampfschiff. Weiß man. Kann man da von Ökonomie sprechen? Durchaus. Interessanter ist wohl – aus onomasiologischer Sicht –, dass der mehr oder weniger selbe Inhalt einmal durch ein schlichtes Suffix –er ausgedrückt werden kann oder eben mit dem weniger schlichten Schiff als feiner Kopf eines feinen Kompositums. Die Information bleibt erst mal die Gleiche. Zumindest Dank Lexikalisierung. Dieses kleine Suffix -er kann fatalerweise ja nicht nur eine Instrumentlesart an den Tag legen, sondern auch noch ein Agens betiteln (zu unterscheiden in den Merkmalen [- belebt] vs. [+ belebt]). Jemand der die Treppe hochdampft könnte also genauso gut ein Dampfer sein. Ganz genau! Und da haben wir auch schon den Salat: Ökonomie ist ja nicht nur schick kurz, sondern eben auch unschick unspezifisch.

Ist das immer so? Diese wunderbare Donaudampfschifffahrtsgesellschaft von der eingangs die Rede war, wurde da flugs in DDGS verkürzt und heißt seit der Privatisierung 1991 übrigens noch einen Hauch exklusiver: DDGS Blue Danube (allerdings nur die eine Hälfte, der verkaufte Frachtschiffartsteil nennt sich DDGS Cargo). Das ist doch nett, was man im Deutschen so alles anstellen kann. Und zeigt auch gleich, dass Pendel für gewöhnlich wieder auf die andere Seite ausschlagen, wenn's zuviel, pardon: zu lang wird. Da hat sich seit dem Althochdeutschen mühsam das Kompositum hochgearbeitet, damit es Dank syntaktischem Wandel im Frühneuhochdeutschen hochproduktiv wird, endlos (zumindest theoretisch – man möchte ja kommunikativ bleiben) viele Bestandteile aneinanderreihen kann. Und wozu? Ja genau, damit wir uns den Spaß erlauben und das Ganze wieder abkürzen. (Was die Wortbildungsforschung immerhin mal vor der Privatisierung der DDGS erkannt hat: Seit den 1980er Jahren wird fleißig nicht nur die Komposition, Derivation und Konversion aufgezählt, sondern auch die verschiedenen Kurzwortbildungen). Die Kurzwortbildung ist jedenfalls relativ eindeutig, wenn auch etwas verschleiernd. Trotzdem hübsch, diese Sprachökonomie. So kurz. Und so praktisch. So wunderbar handlich.

heute mal: ohne worte

a.r.t.e.s. news!

Re: zeption

Das zweite a.r.t.e.s. Forum am 8. Juli 2010!

Poster

Re: zeption

Das a.r.t.e.s. Forum geht in die zweite Runde. Dieses Jahr zum Thema "Rezeption".

Das zweite a.r.t.e.s. Forum zum Jahresthema "Rezeption" ist nicht mehr weit: Am 8. Juli laden wir wieder elf kluge Köpfe aus den unterschiedlichen Disziplinen ein, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Rezeption auseinandersetzen: Prof. Dr. Lambert Wiesing diskutiert "Mit Leib und Seele" mit Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl, Dr. Joachim Fischer diskutiert zum "Störfall" mit Prof. Dr. Hanjo Berressem, Dr. des. Juliane Klann setzt sich zur Frage "Verstehen Sie Sprache?" mit Prof. Dr. Peter Auer in den Dialog, außerdem beschäftigen sich Dr. Sylvia Diebner und Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris mit der Frage "Wer MACHT Rezeption?".

Aber das ist noch lange nicht alles: Ein Jazz-Quintett der Big Band (Univeristät zu Köln) gibt alles und stimmt musikalisch zum abendlichen Couchgespräch ein. Dr. Christa Blümlinger, Maître de Conférences HDR, Prof. Dr. Avinoam Shalem und Dr. Jochen Bonz diskutieren zu "Aus Alt mach Neu: Remake, Remix, Renaissance". Moderiert wird das Gespräch vom Deutschlandfunk-Redakteur Stefan Koldehoff.

Und im Anschluss? Im Anschluss gibt es z.a.r.t.e.s. und g.e.g.a.r.t.e.s. und eine gehäufte Portion gute Gespräche bei gutgefüllten Gläsern.

Wir freuen uns auf viele Zuhörer und Mitdenker. Los geht's um 10.00 Uhr nach einer kurzen Einführung von Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer im "Alten Senatssaal" der Universität zu Köln.

groß.a.r.t.e.s.

Punktlandungen und Punktespielerei. Der Einfluss des Corporate Identity auf die Wortbildung. So könnte man es nennen und so könnte man ganz richtig die Frage stellen, warum wir [Doktoranden der a.r.t.e.s. Forschungsschule] sämtliche Wortspielereien und Punkteaneinanderreihungen vollführen. Jetzt a.r.t.e.t.s. aber aus!

Beposterung

Poster

Wissenschaft und Kunst

Die Vernissage zur Premierenausstellung der A.R.T.e.s.-Galerie ist nicht mehr weit und der Katalog dazu im Druck. Wie kommt es eigentlich, dass Charlotte Warsen nicht nur zeichnet, sondern auch Gedichte schreibt? Und wo liegen eigentlich die Schnittpunkte von Kunst und Wissenschaft? Der Katalog zur Ausstellung widmet sich diesen Fragen und zeigt nicht nur die Grafiken von Charlotte, sondern auch ihre Worte - und unsere Worte. Wissenschaft und Kunst im Dialog eben.

"Im Bilde: Wissenschaft und Kunst" // Katalogbeitrag von Cornelia Kratz und Constanze Zürn

Verschieben wir doch mal Grenzen.

...und fangen mit den Wortgrenzen an. Wir zerlegen Phrasen und Komposita in ihre Bestanteile, schauen uns neue Sinnzusammenhänge aus und heben neue Bedeutungen hervor - als sprachlich kreativer Zeitvertreib, als Kaffeepausenschmunzler, als kleine Erheiterung für Zwischendurch. Denn ich sag euch: "Der Flügel muss hier weg!" - und Chopin grollend in das Eck.

Ostern?



Vielfältige Quelle der Inspiration: Gernhard, R. & Zehrer K.C. (Hrsg.): "Bilden Sie mal einen Satz mit...": 555 Ergebnisse eines Dichterwettstreits. Frankfurt am Main: Fischer 2007.

Klar im Vorteil

Ostern?

if I touched the earth

Die Flyer sind im Druck und die Ausstellungsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Vom 20. Mai bis 15. Juli zeigt die A.R.T.e.s.-Galerie Grafiken der Düsseldorfer Künstlerin Charlotte Warsen - und lädt alle ausdrücklich und herzlich zur Ausstellungseröffnung am 20. Mai ein!

Das Rahmenprogramm der Ausstellung steht ganz unter dem a.r.t.e.s.-Motto der Interdisziplinarität. Zur Vernissage erwarten uns Grafiken an der Wand und Stimmen im Raum - nämlich ein lyrisches Duett zwischen unserer Künstlerin Charlotte Warsen und Thien Tran (Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiat 2009).

Also: Den Abend des 20. Mai freihalten (dick und rot im Kalender anstreichen, zur Not für bereits geplante Termine eine bunte Ausrede zurechtlegen), vorbeischneien, Sekt trinken, Kunst bestaunen, Gedichten lauschen. Es lohnt sich!

Frohe Ostern aus "210"!

Ostern?

Neue Formen, neuer Glanz?

Ein paar neue Formen mussten her. Mehr Kanten, weniger Rundungen. Passend zum neuen Leben in Köln hat nun auch diese Seite einen neuen Anstrich erhalten. Und nimmt sich fest vor: Hält von nun an etwas häufiger auf dem Laufenden - in Textform und bebildert! Bebildert? Ja, richtig gehört: Madame hat ihre Zuneigung zum Fineliner wiederentdeckt und dokumentiert nun etwas eindrücklicher - nämlich in Bildform - aus dem Leben in Köln, bei und mit "a.r.t.e.s.", in "210" (daher Projekt '210'? Logisch!).

Althippies und Altglas.

"Geht ein Althippie in eine Bar..." - schließen Sie die Augen und beschreiben Sie kurz Ihr Bild, Ihr "mental map", von jenem was Ihr inneres Auge prototypischerweise sich unter einem 'Althippie' vorstellt. Was sehen Sie? Ein etwas in die Jahre gekommener Hippie, der am Thresen lehnt, den vergangen Zeiten nachhängt, aber eigentlich immer noch verdammt cool ist - hey: Er war dabei! Er war in Woodstock! So oder so etwas ähnliches sehen Sie? Okay. Und nun noch mal ein ähnlicher Versuch: Schließen Sie die Augen und kreieren Sie ein Bild von 'Altmeister'. Was sehen Sie?
Was ist und was kann dieses kleine 'alt-' also? Ist ein 'Althippie' schlicht ein 'alter Hippie' oder vielmehr 'immer noch' ein Hippie? Und ist ein 'Althippie' so etwas änliches wie ein 'Altmeister'? Oder ist das dann doch wieder etwas ganz anderes? Und wie sieht es mit so etwas wie 'Altglas' aus? Ist das 'altes' Glas oder 'immer noch' Glas? Oder etwa Glas, das besonders gutes Glas ist? Vielleicht weil es schon eine Weile existiert?
Was kann dieses 'alt-' und inwiefern unterscheidet es sich vom ungebunden 'alt'? Gibt es einen Unterschied? Und wenn ja, ist er in ähnlicher Weise, wie im Italienischen mit der Option der Prä- und Postposition für Adjektive, systematisch? Wäre "un vecchio amico", ‘ein alter (= langjähriger) Freund‘ besser mit 'Altfreund' zu übersetzen und "un amico vecchio" ‘ein alter (= auf das Alter bezogen) Freund‘ schlicht mein in die Jahre gekommener Kumpel, mit dem ich zusammen am Thresen lehne und mit Althippies plausche?

Kunst im Dialog.

Die A.R.T.e.s.-Galerie. Das neue Projekt der a.r.t.e.s.-Forschungsschule bringt junge Künstler und junge Wissenschaftler an einen Ort, an einen Tisch, in einen Dialog. Jedes Semester bieten wir jungen Künstlern, aus NRW, aus Deutschland, von überall her, Raum und Gelegenheit sich zu präsentieren und sich mitzuteilen. Wir bieten eine Vernissage und Finissage, Plakate und Flyer und einen Katalog und bieten uns selbst die Möglichkeit in den Kontakt mit jungen Künstlern zu treten, uns auszutauschen - letzlich: im Dialog zu sein.
Im Dialog: Jennifer Crowley, M.A. - Corinna Kühn, M.A. - Cornelia Kratz, M.A. - Britta Tewordt, M.A. - Constanze Zürn, M.A. - im Gespräch mit... [Bewerbungen jeweils zum 15. Januar und 15. Juni, mehr Infos gibt es hier].

Wir sehen uns in "210"

Es wurde Sekt getrunken und Schleifchen durchgeschnitten. Es ist eröffnet: unser neues akademisches Zuhause, untergebracht im "Bauwrensgebäude" oder schlichter: in "210". In der Aachener Straße gelegen, weite Flure, weiße Wände. Der Geruch frischer Farbe wird allmählich von frischem Kaffeegeruch verdrängt. Wir sehen uns in 210!

Wir machen uns ein Bild

Die a.r.t.e.s.-Forschungsschule macht sich ein Bild, ein Bild vom Menschen und lädt dazu elf kluge Köpfe aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein. Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Kunsthistoriker und viele andere werden darüber diskutieren, ob die Menschheit verspielt ist, wie wir Körper begreifen, über Lebensräume und Glück und darüber wieviel Sprache den Menschen ausmacht.
Was braucht es denn zum Mensch sein? Monsieur Duden meint, dass sich das Tier vom Menschen in der Fähigkeit zum logischen Denken und zum Sprechen unterscheide. Wie der Linguist Prof. Dr. Jürgen Rolshoven und Prof. Dr. Jürgen Richter aus dem Bereich der der Ur- und Frühgeschichte zu dieser knappen Definition stehen, klären wir am Freitag, 10. Juli von 16.45 bis 18.15 im Alten Senatssaal (Hauptgebäude) der Universität zu Köln.
Das gesamte Programm des ersten a.r.t.e.s.-Forums findet sich hier.

Ich bin jetzt mal online.

Online. "Verbindung aus 'on' und 'line'", meint Herr Duden. Kaum zu verleugnen, denke ich und dennoch wird auch hier deutlich: Die Bedeutung eines Wortes ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch wenn Herrn Frege jenes Kompositionalitätsprinzip nicht abzusprechen ist, ist 'online' eben mehr als 'auf der Leitung zu sein' - nicht zu verwechseln mit 'auf der Leitung stehen', daher wohl doch besser: 'verbunden sein'. Doch heißt es das immer? In Kombination mit einem schlichten 'sein' (also prädikativ gebraucht) wohl schon, mit einem Nomen schon nicht mehr - oder ist der 'Online-Journalismus' ein Journalismus, der (mit dem Internet) verbunden ist? Stimmt, wohl nicht. Doch während 'Online-Journalismus' eine Art von Journalismus bezeichnet, bei dem über das Medium Internet (und nicht in Papierform) publiziert wird, heißt 'Journalismus online' schon wieder etwas ganz anderes. Wie man es dreht und wendet, dieses kleine 'online', es kann so viel - und das nur durch Drehen und Wenden.
Doch genug davon: Willkommen auf Constanze Zürn online!