Althippies und Altglas.

"Geht ein Althippie in eine Bar..." - schließen Sie die Augen und beschreiben Sie kurz Ihr Bild, Ihr "mental map", von jenem was Ihr inneres Auge prototypischerweise sich unter einem 'Althippie' vorstellt. Was sehen Sie? Ein etwas in die Jahre gekommener Hippie, der am Thresen lehnt, den vergangen Zeiten nachhängt, aber eigentlich immer noch verdammt cool ist - hey: Er war dabei! Er war in Woodstock! So oder so etwas ähnliches sehen Sie? Okay. Und nun noch mal ein ähnlicher Versuch: Schließen Sie die Augen und kreieren Sie ein Bild von 'Altmeister'. Was sehen Sie?
Was ist und was kann dieses kleine 'alt-' also? Ist ein 'Althippie' schlicht ein 'alter Hippie' oder vielmehr 'immer noch' ein Hippie? Und ist ein 'Althippie' so etwas änliches wie ein 'Altmeister'? Oder ist das dann doch wieder etwas ganz anderes? Und wie sieht es mit so etwas wie 'Altglas' aus? Ist das 'altes' Glas oder 'immer noch' Glas? Oder etwa Glas, das besonders gutes Glas ist? Vielleicht weil es schon eine Weile existiert?
Was kann dieses 'alt-' und inwiefern unterscheidet es sich vom ungebunden 'alt'? Gibt es einen Unterschied? Und wenn ja, ist er in ähnlicher Weise, wie im Italienischen mit der Option der Prä- und Postposition für Adjektive, systematisch? Wäre "un vecchio amico", ‘ein alter (= langjähriger) Freund‘ besser mit 'Altfreund' zu übersetzen und "un amico vecchio" ‘ein alter (= auf das Alter bezogen) Freund‘ schlicht mein in die Jahre gekommener Kumpel, mit dem ich zusammen am Thresen lehne und mit Althippies plausche?

Kunst im Dialog.

Die A.R.T.e.s.-Galerie. Das neue Projekt der a.r.t.e.s.-Forschungsschule bringt junge Künstler und junge Wissenschaftler an einen Ort, an einen Tisch, in einen Dialog. Jedes Semester bieten wir jungen Künstlern, aus NRW, aus Deutschland, von überall her, Raum und Gelegenheit sich zu präsentieren und sich mitzuteilen. Wir bieten eine Vernissage und Finissage, Plakate und Flyer und einen Katalog und bieten uns selbst die Möglichkeit in den Kontakt mit jungen Künstlern zu treten, uns auszutauschen - letzlich: im Dialog zu sein.
Im Dialog: Jennifer Crowley, M.A. - Corinna Kühn, M.A. - Cornelia Kratz, M.A. - Britta Tewordt, M.A. - Constanze Zürn, M.A. - im Gespräch mit... [Bewerbungen jeweils zum 15. Januar und 15. Juni, mehr Infos gibt es hier].

Wir sehen uns in "210"

Es wurde Sekt getrunken und Schleifchen durchgeschnitten. Es ist eröffnet: unser neues akademisches Zuhause, untergebracht im "Bauwrensgebäude" oder schlichter: in "210". In der Aachener Straße gelegen, weite Flure, weiße Wände. Der Geruch frischer Farbe wird allmählich von frischem Kaffeegeruch verdrängt. Wir sehen uns in 210!

Wir machen uns ein Bild

Die a.r.t.e.s.-Forschungsschule macht sich ein Bild, ein Bild vom Menschen und lädt dazu elf kluge Köpfe aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein. Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Kunsthistoriker und viele andere werden darüber diskutieren, ob die Menschheit verspielt ist, wie wir Körper begreifen, über Lebensräume und Glück und darüber wieviel Sprache den Menschen ausmacht.
Was braucht es denn zum Mensch sein? Monsieur Duden meint, dass sich das Tier vom Menschen in der Fähigkeit zum logischen Denken und zum Sprechen unterscheide. Wie der Linguist Prof. Dr. Jürgen Rolshoven und Prof. Dr. Jürgen Richter aus dem Bereich der der Ur- und Frühgeschichte zu dieser knappen Definition stehen, klären wir am Freitag, 10. Juli von 16.45 bis 18.15 im Alten Senatssaal (Hauptgebäude) der Universität zu Köln.
Das gesamte Programm des ersten a.r.t.e.s.-Forums findet sich hier.

Ich bin jetzt mal online.

Online. "Verbindung aus 'on' und 'line'", meint Herr Duden. Kaum zu verleugnen, denke ich und dennoch wird auch hier deutlich: Die Bedeutung eines Wortes ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch wenn Herrn Frege jenes Kompositionalitätsprinzip nicht abzusprechen ist, ist 'online' eben mehr als 'auf der Leitung zu sein' - nicht zu verwechseln mit 'auf der Leitung stehen', daher wohl doch besser: 'verbunden sein'. Doch heißt es das immer? In Kombination mit einem schlichten 'sein' (also prädikativ gebraucht) wohl schon, mit einem Nomen schon nicht mehr - oder ist der 'Online-Journalismus' ein Journalismus, der (mit dem Internet) verbunden ist? Stimmt, wohl nicht. Doch während 'Online-Journalismus' eine Art von Journalismus bezeichnet, bei dem über das Medium Internet (und nicht in Papierform) publiziert wird, heißt 'Journalismus online' schon wieder etwas ganz anderes. Wie man es dreht und wendet, dieses kleine 'online', es kann so viel - und das nur durch Drehen und Wenden.
Doch genug davon: Willkommen auf Constanze Zürn online!